Über die Teilhabeberatung

Was ist die Teilhabeberatung?

Seit dem 01.01.2018 gibt es deutschlandweit Ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstellen (EUTB). Diese sollen Menschen mit Behinderungen, von Behinderungen Bedrohte und deren Angehörige in allen Bereichen der Teilhabe am Leben beraten (z.B. Beruf, Familie, Freizeit). In der Teilhabeberatung können Möglichkeiten aufgezeigt werden, Beeinträchtigungen behinderter Menschen in möglichst allen Bereichen des Lebens zu vermeiden oder zu beseitigen. Vorrangiges Ziel der Teilhabeberatung ist es, Menschen mit Behinderungen und davon Bedrohten in Ihrer Selbstbestimmung zu stärken.

Sie können eine EUTB Beratungsstelle aufsuchen um in einer individuellen Lebenslage die für sie passende Unterstützung bzw. Leistung zu finden, um möglichst unabhängig und selbstbestimmt zu leben. Sie erhalten Beratung auf Augenhöhe, die von eigener Erfahrung geprägt ist. Dies ist insbesondere dadurch möglich, dass die BeraterInnen nicht nur Ansprechpartner, sondern auch selbst Menschen mit Behinderungen sind. Man nennt das Prinzip „Peer Counseling“.

Die Teilhabeberatung ist offen für alle Menschen und unabhängig von der Art Ihrer Beeinträchtigung. Die BeraterInnen der Teilhabeberatung des ABSV haben besondere Kenntnisse im Bereich Blindheit und Sehbehinderung.

Die Teilhabeberatung ist unabhängig von Leistungsträgern und Leistungserbringern und berät ergänzend zu deren Beratungsverpflichtung. Die BeraterInnen sind also nur dem Ratsuchenden verpflichtet.

Diese Teilhabeberatung ist in § 32 des SGB IX verankert und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.
→ Siehe: Sozialgesetzbuch (SGB IX), Neuntes Buch, Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Themen

Mögliche Beratungsthemen der Teilhabeberatung des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV) sind:

  • Angebote der Selbsthilfe
  • Angehörigenberatung
  • Assistenz
  • Bildung und berufliche Teilhabe (z. B. Arbeitsplatzausstattung, Nachteilsausgleiche, Kündigungsschutz bei schwerbehinderten Menschen, Budget für Arbeit)
  • Hilfsmittel und Alltagshilfen
  • Patientenrechte
  • Persönliches Budget
  • Psychische Verarbeitung von Behinderung, Krankheit, Sehverlust
  • Schwerbehindertenausweis und Nachteilsausgleiche: Sehbehinderten-/ Landespflegegeld, Blindenhilfe, Sozialleistungen
  • Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags: Orientierung und Mobilität, Lebenspraktische Fähigkeiten
  • Teilhabe an Kultur- und Freizeitangeboten
  • Wohnen